Saint-Maurice

flussaufwärts der Loire entlang

Irgendwie fällt es mir schwer, mich von Saint Haon zu trennen. Das Örtchen hat sich mir ans Herz gelegt – es hat eine gute Atmosphäre.


17.04.2026 – Bemerkenswertes

Was mache ich hier eigentlich? Ich lauf den Jakobsweg und laufe ihn nicht.
Ich verabschiede mich hier nun ganz offiziell von der offiziellen Jakobsweg Gilde, die hier wirklich hart jeden Kilometer abläuft, während ich viele Kilometer ausspare, denn es ist einfach nicht möglich, mit dem Camper jeden einzelnen verflixten Kilometer zu laufen.
Aber das ist ja auch gar nicht mehr mein Plan. Mir geht es mehr und mehr darum entspannt zu laufen, die Erfahrung, mich an der Natur zu orientieren, dabei im Draußen sein, Wetter hautnah erleben, Zwischenmenschliches und vor allem das Land und Leute.

Und dennoch spüre ich immer wieder, wenn mir ein Jakobsianer entgegenkommt, wie so ein innerlicher Druck entsteht. Gestern hatte ich zum Beispiel jemanden getroffen, muschelbehangen und wir kommen kurz ins Gespräch, wie die Reise so läuft und bei dem Thema Camper, kam so ein spöttischer Blick auf.
Mittlerweile ist mir das egal.
Wie oft ich in der Vergangenheit immer auf das geschaut habe, was die Menschen um mich herum erzählt haben und mich dazu ins Verhältnis gesetzt habe.

Ich merke deutlich, wenn ich durch Orte oder Straßen, die belebt sind laufe, dann komme ich einfach nicht zur Ruhe.
Ich komm nicht zu mir und kann nicht reflektieren. Die Ablenkung ist zu groß. Ständig achtest du auf das schöne Haus, den super Garten und dann kommen sämtliche menschliche Gefühle mit einher.
Aber bin inmitten der Natur merke ich, wie es sich schlagartig ändert – da gibt es das nicht.
Es sind Bäume und jeder Baum hat was, es sind Sträucher und jeder Strauch hat was, es sind Gräser und jedes Gras hat was – ich komme zur Ruhe, komme in Frieden.
Das ist die Ausstrahlung die mich hier umpfängt, alles ist beseelt.